Romanik am Rhein

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In der Blütezeit der Romanik im 11. und 12. Jahrhundert ist das Mittelrheingebiet zwischen Speyer und Koblenz das Herz des Reiches. Hier entstehen im Auftrag von Königen und Kaisern, Bischöfen und Klöstern Bauten von bisher ungekannter Größe und Pracht. Die Kathedralen von Speyer, Mainz und Worms beeindrucken mit ihren hohen Gewölben, ihrer schieren Größen und einer Vielzahl von Türmen, die sie wie Trutzburgen Gottes erscheinen lassen. Mit der Gründung des Zisterzienserklosters Eberbach in den 1130er Jahren hält die romanische Baukunst burgundischer Prägung Einzug in Deutschland. Und nicht nur das: die Mönche bringen aus dem heimatlichen Burgund auch Weinreben mit an den Rhein und bereichern den seit römischer Zeit gepflegten Weinbau in der Region; mit die exklusivsten Weine der Region werden heute vom Hessischen Staatsweingut in Kloster Eberbach produziert. Die Gebäude und Museen in der Kaiserpfalz Ingelheim sowie im Kloster Lorsch belegen eindrucksvoll die hohe Bedeutung des Mittelrheingebiets schon in karolingischer Zeit.


PROGRAMM:*

1. Tag, Donnerstag, 16. Juni 2022

Anreise mit Pausen über München nach Mainz: Abfahrt - Einstiegsstellen: 06:30 Hallein Pernerinsel - Großer Parkplatz beim Kreisverkehr, 06:45 P + R Salzburg Süd, 07:00 Stadion Klessheim, 07:10 Piding Burgerking, 07:35 Schweinbach Landkaufhaus Mayer / Weitere Einstiegsstellen z.B. P&R Rosenheim, P&R München Fröttmaning,... auf der Strecke in Absprache möglich.

Auf dem Weg von Salzburg nach Mainz stoppen wir in Lorsch, um die berühmte karolingische „Torhalle“ des Klosters mit dem angeschlossenen Museum zu besichtigen. Dieses eindrucksvolle Zeugnis spätkarolingischer Baukunst kann nur mit Führung auch im Inneren besichtigt werden; das gleiche gilt für das Museum, in dem die vielfältigen Funde umfangreicher Grabungen auf dem Areal des ehemaligen Klosters präsentiert werden. Weiterfahrt nach Mainz und Check-in unserem in der Altstadt von Mainz gelegenen Hotel.


2. Tag, Freitag, 17. Juni 2022

Zu Fuss erkunden wir Mainz. Unser Stadtrundgang führt uns durch das Holztor in der ehemaligen Stadtbefestigung in den Kern der historischen Altstadt zum „Alten Dom“. Dieser Vorgänger des heutigen Domes hat in jüngster Zeit spektakuläre Bausubstanz der Merowinger-Zeit preisgegeben. In unmittelbarer Nachschaft befinden sich Domplatz und heutiger Dom, begonnen um 1000, geweiht 1239. Wir besichtigen den Dom und das neugestaltete Dommuseum, in dem Reste des Domlettners vom Naumburger Meister zu den Höhepunkten zählen. Ein Besuch im Gutenberg-Museum widmet sich dem berühmtesten Mainzer und präsentiert herausragende Inkunabeln der Buchdruckerkunst.


3. Tag, Samstag, 18. Juni 2022

Mit dem Bus geht es nach Speyer. Der Speyrer Dom (UNESCO Welterbe) ist der früheste der drei rheinischen Kathedralen. Mit seiner Größe und durchgehender Wölbung war er für einige Zeit die größte Kirche der Christenheit. In der ausladenden Krypta befindet sich die Grablege der salischen Kaiser. Das benachbarte Historische Museum der Pfalz präsentiert die Funde aus den Kaisergräbern. Die jüdische Geschichte der SchUM-Städte am Rhein – Speyer, Mainz, Worms – lässt sich im Museum SchPIRA in Speyer eindrucksvoll studieren. Überreste der Synagoge und eine vollständig erhaltene Mikwe werden durch eine Museumspräsentation ergänzt.


4. Tag, Sonntag, 19. Juni 2022

Am Morgen geht es zunächst nach Ingelheim. Inmitten heutiger Wohnbebauung entdeckte man schon im 19. Jahrhundert die Überreste der aus Quellen gut bekannten karolingischen Kaiserpfalz. Freigelegt sind sie heute wie in einem Freilichtmuseum zugänglich. Ein kleines Museum zeigt die Bodenfunde, die neben einer raren karolingischen Goldmünze auch Schmuck, Bauskulptur sowie Überreste der ehemals kostbaren Ausstattung der Gebäude zeigt. Im nahe gelegenen Kloster Eberbach steht die Besichtigen der Klosteranlage mit ihrer monumentale Kirche ebenso auf dem Programm wie eine Verkostung der örtlichen Weine.


5. Tag, Montag, 20. Juni 2022

Bevor wir endgültig die Heimreise antreten, halten wir in Worms. Der Wormser Dom ist die jüngste der drei rheinischen Kathedralen und deutet bereits die kommende Gotik an. Neben der Kirche stand ehemals der Bischofshof, in dem 1521 Luther sich und seine Thesen vor Kaiser und Kirche zu verteidigen hatte. Bereits 1122 war hier das Wormser Konkordat unterzeichnet worden, mit der Investiturstreit ein Ende fand. Beiden Ereignissen gehen wir vor Ort auf die Spur. Von dort fahren wir mit Pausen zurück nach Salzburg bzw. Hallein.


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© Andreas Deusch 2022