Abendkurs                                     

Petraca

Der Frühhumanist Petrarca entdeckte die Faszination der Texte Ciceros neu und es begann der Ciceronianismus und mit ihm die stolze Verkündung der „aetas moderna“ (Petrarca), des „modernen Zeitalters“. Alle Humanisten fühlten sich dem römischen Philosophen und Staatsmann Cicero verpflichtet. Philologische Forschungen wurden betrieben. Es galt das Motto „ad fontes“ (zu den Quellen). Um die antike Kultur richtig zu erkennen und bewerten zu können, suchte man die benötigten antiken Originaltexte. Diese wie auch die ganze neulateinische Literatur des Mittelalters wurde methodischer Kritik unterzogen. 

Einhergehend mit diesen Studien rückte auch die antike Philosophie ins Zentrum des Interesses. Aus der Klage über den „Niedergang“ der römischen Kultur im Zeitalter der Völkerwanderung und im „finsteren Mittelalter“ entstand eine neue Kulturtheorie. Das humanistische Geschichtsmodell suchte politische und ethische Vorbilder. Diese spielten wiederum im pädagogischen Konzept der Humanisten eine große Rolle (humanistisches Gymnasium). Die politische Philosophie und Theorie (Macchiavelli) erhielten neue Impulse wie auch die Ethik. 

Der Mensch galt den Humanisten als ein neugieriges erkenntnishungriges Wesen, dessen Individualität nun genauso behauptet wurde wie seine Würde (Pico della Mirandola). Auch wurde er als „Schöpfer“ gefeiert, was für die Kunsttheorie der Renaissance eine zentrale Rolle spielte. Das neue und „moderne“ Menschenbild stellte das überkommene kirchliche in Frage, aber aus ihm resultierten neue anthropologische Ansätze. Auch die Geschichte der Menschheit wurde neu bewertet. 

Das neue und „moderne“ Menschenbild stellte das überkommene kirchliche in Frage. Aus ihm resultierten neue anthropologische Ansätze. Auch die Geschichte der Menschheit wurde neu bewertet. Aus der Klage über den „Niedergang“ der römischen Kultur im Zeitalter der Völkerwanderung und im „finsteren Mittelalter“ entstand eine neue Kulturtheorie. Der Frühhumanismus entstand Anfang des 14. Jahrhunderts in Oberitalien und in der Renaissance wurde Florenz die „Hochburg“ der neuen Gelehrsamkeit. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts verbreitete sich der Humanismus in ganz Europa. Im Zeitalter der Konfessionalisierung erhoben auch die Humanisten warnend ihre Stimme, so Erasmus von Rotterdam, der „König der Humanisten“. Zentrale Prinzipien humanistischen Denkens prägten auch die Aufklärung und die dann einsetzende Moderne.


Renaissance und Humanismus

2E, Di. 08.10.2019, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Humanismus und seine Bedeutung für unser Menschenbild

2E, Di. 15.10.2019, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Preis je Einzelveranstaltung 2E € 15.-

Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!




Die Veranstaltungen zum Thema Körperlichkeit und Sexualität beschäftigen sich mit der Epoche der Neuzeit. Der Bogen spannt sich vom Barock und seinen offenen Vorstellungen und Träumen hin bis zu den Künstlern der Gegenwart. Von Rubens und seinen Anklängen, die er in der Bildsprache Tizians suchte, über Fragonard und den französischen Libertins, welche von der Moralvorstellung der Französischen Revolution und deren Dogmen überrollt wurden. Die Vorlesung zeigt auch das Frauenbild der entsprechenden Epoche auf und bietet einen Einblick in die Alltagskultur der behandelten Zeiträume. Als sich gegen Ende des 18. Jhdts. ausgehend von der Französischen Revolution bürgerliche Wert- und Moralvorstellungen etablieren, entsteht durch die Aufklärung eine neue Weltsicht, eine neue Definition von Fortschritt, Korrektheit und Wirklichkeit. Die Naturwissenschaften ersetzen nun die Religionen, Wissenschaft triumphiert über Mystik, das Diktat der Verwertbarkeit, Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit setzt sich durch. Die Industrialisierung führt zu einem neuen Bewusstsein von Körperlichkeit, Rollenbilder verändern sich, das Entstehen von Nationalstaaten begründet eine neue Ethik und ein moralisches Muster, welches vor allem im Bürgertum seine Ausprägung findet. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen spiegeln sich natürlich auch in der bildenden Kunst wider. So spannt sich den Bogen der Veranstaltung von Boullée und seinen Entwürfen für das Monument für Newton über Canova und Hayez bis zu den Sperma Bildern von Martin von Ostrowski, von den Fotografien Mapplethorpes bis zu den Zeichnungen eines Tom of Finnland. Die gesellschaftspolitische Rolle der Kunst wird dabei ebenso besprochen wie die Mechanismen der Verdrängung im Zeitalter politischer und gendergerechter Korrektheit.


"eros und thanatos“ - Todestrieb und Liebessehnsucht der bürgerlichen Gesellschaft

2E, Di. 12.11.2019, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Die Entdeckung der Sexualität durch die Wissenschaft - Psychoanalyse und Medizin entdecken die Lust als Triebfeder menschlichen Handelns

2E, Di. 26.11.2019, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Preis je Einzelveranstaltung 2E € 15.-

Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!




Die Klassische Moderne begann geradezu eruptiv im Zeitraum von 1905 bis 1907 vor allem in Frankreich, Deutschland und Russland. Avantgardistische Künstler zogen radikale Konsequenzen aus den Lehren der als vorbildlich erkannten großen Meister des Postimpressionismus. Die Expressivität und der Vitalismus der Fauvisten und deutschen Expressionisten knüpften an Van Gogh und Gauguin an und die Analytik und revolutionäre Komposition der Kubisten fand zum Beispiel in Cézanne ihr Vorbild. In den wenigen Jahren bis zum Ersten Weltkrieg entstanden in schneller Folge in der internationalistisch denkenden Kunstwelt die Abstraktion, der Futurismus, die Russische Avantgarde und später weltberühmte Künstlergruppen wie die „Dresdner Brücke“ und der „Blaue Reiter“. Es ist der radikale und ungestüme Aufbruch ins 20. Jahrhundert und alle bekämpften den Naturalismus und die Traditionen der Akademie.

In dieser Vortragsreihe sollen einige der berühmtesten Künstler, die in jener Zeit des Aufbruchs ihren Anteil an den folgenden Tendenzen der Klassischen Moderne hatten, vorgestellt werden. An den Anfang gestellt ist ein Vortrag zu den Entwicklungen des Beginns jenes kreativen und eruptiven Prozesses. Die dynamischen Vorgänge werden im kunsthistorischen und geistesgeschichtlichen Kontext der „Belle Epoque“ analysiert. Picassos radikaler Bruch mit der Tradition seit der Renaissance (Kubismus etc.) und Matisses Suche nach Authentizität folgen. Der Vitalismus beider Künstler prägte nachfolgende Künstler ebenso wie der expressive Symbolismus von Edvard Munch.


Die kreative Eruption – Aufbruch in die Klassische Moderne

2E, Di. 07.01.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Pablo Picasso

2E, Di. 21.01.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Henri Matisse

2E, Di. 04.02.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Edvard Munch

2E, Di. 11.02.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Preis je Einzelveranstaltung 2E € 15.-

Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!




Auch im zweiten Teil dieser Vortragsreihe sollen einige der berühmtesten Künstler, die in jener Zeit des Aufbruchs ihren Anteil an den folgenden Tendenzen der Klassischen Moderne hatten, vorgestellt werden. Der berühmteste Tiermaler des 20. Jahrhunderts ist Franz Marc, dessen neoromantische Auffassung vom Tier und seiner Lebenswelt zutiefst modern anmutet und dessen Archetypen für eine starke mystische Strömung der Künstlerischen Moderne stehen. Nicht minder paradigmatisch ist mit Ernst Ludwig Kirchner der berühmteste der „Brückemaler“. Die Sehnsucht dieses radikalen Expressionisten nach „Unverfälschtheit“ zeugt vom Atavismus der Moderne ebenso wie die thematischen Tabubrüche und „Obszönitäten“ des genialischen Egon Schiele in Wien. Mit Wassily Kandinsky, dem „Propheten“ der Abstraktion und seiner Faszination für Synästhetik, Mystik und künstlerischer Offenbarung findet die Reihe ihren Abschluss: Kandinskys Kampf gegen den Materialismus, sein Beharren auf Religiosität und Idealismus wiesen vielen Künstlern einen Weg, der letztlich schon in der Romantik gelegt wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg beispielsweise die amerikanischen abstrakten Expressionisten inspirierte.   


Franz Marc

2E, Di. 03.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Ernst Ludwig Kirchner

2E, Di. 17.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Egon Schiele

2E, Di. 24.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Wassily Kandinsky 

2E, Di. 31.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Preis je Einzelveranstaltung 2E € 15.-

Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!



* Änderungen vorbehalten


© Andreas Deusch 2019