Abendkurs                                     

Eremitage, St.Petersburg 05-14

Die Klassische Moderne begann geradezu eruptiv im Zeitraum von 1905 bis 1907 vor allem in Frankreich, Deutschland und Russland. Avantgardistische Künstler zogen radikale Konsequenzen aus den Lehren der als vorbildlich erkannten großen Meister des Postimpressionismus. Die Expressivität und der Vitalismus der Fauvisten und deutschen Expressionisten knüpften an Van Gogh und Gauguin an und die Analytik und revolutionäre Komposition der Kubisten fand zum Beispiel in Cézanne ihr Vorbild. In den wenigen Jahren bis zum Ersten Weltkrieg entstanden in schneller Folge in der internationalistisch denkenden Kunstwelt die Abstraktion, der Futurismus, die Russische Avantgarde und später weltberühmte Künstlergruppen wie die „Dresdner Brücke“ und der „Blaue Reiter“. Es ist der radikale und ungestüme Aufbruch ins 20. Jahrhundert und alle bekämpften den Naturalismus und die Traditionen der Akademie.

In dieser Vortragsreihe sollen einige der berühmtesten Künstler, die in jener Zeit des Aufbruchs ihren Anteil an den folgenden Tendenzen der Klassischen Moderne hatten, vorgestellt werden. An den Anfang gestellt ist ein Vortrag zu den Entwicklungen des Beginns jenes kreativen und eruptiven Prozesses. Die dynamischen Vorgänge werden im kunsthistorischen und geistesgeschichtlichen Kontext der „Belle Epoque“ analysiert. Picassos radikaler Bruch mit der Tradition seit der Renaissance (Kubismus etc.) und Matisses Suche nach Authentizität folgen. Der Vitalismus beider Künstler prägte nachfolgende Künstler ebenso wie der expressive Symbolismus von Edvard Munch.


Die kreative Eruption – Aufbruch in die Klassische Moderne

2E, Di. 07.01.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Pablo Picasso

2E, Di. 21.01.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Henri Matisse

2E, Di. 04.02.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Edvard Munch

2E, Di. 11.02.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Preis je Einzelveranstaltung 2E € 15.-

Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!




Auch im zweiten Teil dieser Vortragsreihe sollen einige der berühmtesten Künstler, die in jener Zeit des Aufbruchs ihren Anteil an den folgenden Tendenzen der Klassischen Moderne hatten, vorgestellt werden. Der berühmteste Tiermaler des 20. Jahrhunderts ist Franz Marc, dessen neoromantische Auffassung vom Tier und seiner Lebenswelt zutiefst modern anmutet und dessen Archetypen für eine starke mystische Strömung der Künstlerischen Moderne stehen. Nicht minder paradigmatisch ist mit Ernst Ludwig Kirchner der berühmteste der „Brückemaler“. Die Sehnsucht dieses radikalen Expressionisten nach „Unverfälschtheit“ zeugt vom Atavismus der Moderne ebenso wie die thematischen Tabubrüche und „Obszönitäten“ des genialischen Egon Schiele in Wien. Mit Wassily Kandinsky, dem „Propheten“ der Abstraktion und seiner Faszination für Synästhetik, Mystik und künstlerischer Offenbarung findet die Reihe ihren Abschluss: Kandinskys Kampf gegen den Materialismus, sein Beharren auf Religiosität und Idealismus wiesen vielen Künstlern einen Weg, der letztlich schon in der Romantik gelegt wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg beispielsweise die amerikanischen abstrakten Expressionisten inspirierte.


Franz Marc

2E, Di. 03.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Ernst Ludwig Kirchner

2E, Di. 17.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Egon Schiele

2E, Di. 24.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Wassily Kandinsky

2E, Di. 31.03.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Preis je Einzelveranstaltung 2E € 15.-

Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!






“Was soll ich tun?“, lautet mit Immanuel Kant, dem größten deutschen Philosophen der Aufklärung, eine der zentralen Fragen der Philosophie. Sie zielt auf die philosophische Disziplin der Ethik. Diese sucht nach vernünftigen Kriterien für die Beurteilung unserer Handlungen und ihrer Motive und Konsequenzen. Ethik und Moral bestimmen das Miteinander der Menschen. Ihre Begründung ist seit Sokrates, Platon und Aristoteles über alle großen Philosophen bis in die Moderne ein kardinales Thema. Bis zur Aufklärung erfolgte die Begründung in vielfältiger Weise metaphysisch, doch mit Philosophen der Neuzeit wie Thomas Hobbes, John Locke, David Hume, Jeremy Bentham oder Immanuel Kant beginnt schon die Moderne als Gedankenexperiment und die Maßstäbe verschoben sich, was wiederum den heftigen Widerstand der Kirchen provozierte. Bis auf den heutigen Tag sind die Begründung unserer ethischen Prinzipien und die moralischen Schlussfolgerungen von größter Bedeutung. In Zeiten sich des sich ständig beschleunigenden globalen Wandels können die Auswirkungen dieses Diskurses auf das gesellschaftliche Leben gar nicht überschätzt werden. In den beiden Veranstaltungen werden die philosophiegeschichtlichen Entwicklungslinien der Ethik und ihre großen Probleme bis in die Gegenwart vorgestellt.


Antike und Mittelalter

2E, Di. 07.04.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Neuzeit und Moderne

2E, Di. 28.04.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Preis je Einzelveranstaltung 2E € 15.-

Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!


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© Andreas Deusch 2020