Erdgeschichte

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Ein Blick in das Riff des Hohen Göll

Kurze Wanderung zur Scharitzkehlalm und weiter in das Endstal unter der Göll-Westwand. Riffökologie und verschiedene Rifftypen, zahlreiche fossile riffbildende Organismen wie Korallen und Schwämme, riffbewohnende Organismen; Beziehungen und Vergleiche zu heutigen Riffen. So sind die heutigen Riffe in der Karibik mit ihren Organismen die direkten Nachfahren der Riffe in den Nördlichen Kalkalpen, durch die Entstehung des Atlantiks in nord-südlicher Richtung wurde ein Teil des Riffgürtels am Westrand des Tethysmeeres abgetrennt und gelangte letztendlich in seine heutige Position. Einkehrmöglichkeit: Scharitzkehlalm.



Blei- und Zinkerz-Bergbau am Inzeller Rauschberg

Der Rauschberg bei Inzell lieferte seit dem frühen 17. Jahrhundert bis 1925 Blei- und Zinkerze. Vom Bergbau blieben verschlossene Stollenmundlöcher, Fundamente von Knappenbehausungen und Halden. Auf den Halden kann man mit ein bisschen Glück noch Bleiglanz und Zinkblende, sowie deren Verwitterungsprodukte finden. Auf einer Halde wird dann an einem kleinen, vor Ort gefundenen Bleiglanzstück vorgeführt, wie man aus diesem Erz mit einfachsten Mitteln metallisches Blei erzeugen kann. Der Höhenunterschied vom Parkplatz zu den Halden beträgt ca. 500m (also ca. 1,5 Std. Gehzeit) und ist nur zum Teil auf einem relativ gut ausgebauten Weg zu überwinden. Der eher an einen Jägersteig erinnernde Weg zwischen den beiden aufzusuchenden Haldengebieten führt durch einen urwaldartigen nordseitigen Bergwald in teils steilem Gelände. Trittsicherheit sollte vorhanden sein. Bei sehr schlechtem Wetter wird ein Teil des Programms im Naturkundemuseum Siegsdorf absolviert. Keine Einkehr-möglichkeit während der Exkursion (bitte Proviant und Wetterschutz mitnehmen). Wegen des durchaus alpinen Charakters der Wanderung gebirgstaugliches Schuhwerk benützen. Hammer und Lupe sind für Sammler von Vorteil.

Treffpunkt am 18.6.2021, 13.00 Uhr in der Nähe von Inzell. Der genaue Treffpunkt wird nach Anmeldung bekannt gegeben.









Zu den Fossilen Riffen von Adnet        

Fernab vom heutigen Standort haben sich die Gesteine gebildet, welche die Berge um Adnet aufbauen. Etwa in der geographischen Breite wo derzeit der Sudan oder auch Oberägypten liegt. Neben dem Untersberger Marmor gehört der Adneter Marmor zu den wichtigsten Dekorsteinen Salzburgs, welche bereits zur Zeit der Römer abgebaut wurden. Als Skulptur- und Dekorstein findet man den Adneter Marmor u. a. auch in Polen, Tschechien und der Slowakei. Lithologisch gesehen ist der Adneter Marmor ein Kalkgestein und kein Marmor, denn von Marmor ist spricht man von einem metamorphen Kalk oder Dolomit. 

Beim Adneter Marmor handelt es sich um zwei unterschiedliche Kalktypen. Der älteste ist ein 220 bis 200 Millionen Jahre alter Trias-Riffkalk mit Riffkorallen (Thecosmilia sp.) mit Kalkschwämmen und Mollusken, wie man sie im so genannten „Rottropf“ feststellen kann. Einst waren diese Riffstotzen mehr oder weniger kleine Knospenriffe, welche sich im Lagunenbereich, nördlich der großen Barriere-Riffkette befanden. Dieses Barriere-Riff kann man beispielsweise im Süden des Tennen- und Hagengebirges oder auch am Hohen Göll antreffen. Der rötliche Adneter Marmor hingegen stammt aus dem unteren Lias. Durch tektonische Bewegungen zerbrachen die Riffe und sanken ab. Als in der oberen Trias, im Rhät weltweit das Riffwachstum zurückging, bildeten sich vor 200 bis 180 Millionen Jahren, im alpinen Gebiet, ammonitenführende Rotkalke, wie der so genannte „Adneter Marmor“. Der weiße Riffkalk ist von Spalten zerklüftet, welche durch rote Sedimente mit jurassischen Fossilien verfüllt sind. Derartige Spaltenfüllungen können wir im ehemaligen Kirchenbruch und auch im Tropfbruch sehen. Bedingt durch gebirgsbildende Vorgänge kam es im Ablagerungsraum, zur Zeit des oberen Lias, zu Eingleitungen und Brekzienbildungen. Ein schönes Beispiel stellt der „Scheckmarmor“ dar, ein beliebter Dekorstein des 16. Jahrhunderts. 




Geologie und Landschaftsgeschichte zwischen Jenner und Priesberg in den  Berchtesgadener Alpen

Wanderung über den Königsweg zur Königsbachalm, Aufstieg über das Priesberger Moos zur Priesbergalm, Rossfelder. Rückweg wetterabhängig über Gotzentalalm und Büchsenalm zur Königsbachalm oder über den Prinzregentensitz am Wasserpalfen zur Königsbachalm, Königsweg zum P Hinterbrand. Rund 400 Höhenmeter in Auf- und Abstieg. Möglichkeit zur Einkehr ist auf der Priesbergalm - sofern bewirtschaftet - und der Königsbachalm gegeben.

Am Hagengebirgswestrand ist die Schichtenfolge vom obertriadischen Dachsteinkalk bis in die oberjurassischen Beckensedimente aufgeschlossen. Dazu kommen ausgeprägte tektonische Elemente, die im Zuge der jurassischen Beckenentwicklungen angelegt und im späteren Verlauf der Gebirgsbildung immer wieder reaktiviert wurden. Diese Gegebenheiten führten letzten Endes zu dem typischen treppenartigen Erscheinungsbild des Hagengebirgswestrandes mit seinen Almen, das während der Landschaftsentwicklung im Paläogen und Neogen wieder freigelegt und während den nachfolgenden Kaltzeiten glazial überprägt wurde. Jüngste Moränenwälle bedingten die Entwicklung des Priesberger Mooses, eines Hochmoores, das sowohl durch Niederschlag wie auch durch einen kleinen Zufluss gespeist wird.



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