Erdgeschichte                               

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In den Nördlichen Kalkalpen ist der Dachsteinkalk eines der markantesten Gesteine. Mit über 1.000 m Mächtigkeit tritt er als bedeutender Wandbildner in Erscheinung, zudem ist er das beherrschende Gestein der Hochflächen zahlreicher Gebirgsstöcke. Aufgrund seiner lithologischen Eigenschaften verkarstet der Dachsteinkalkes an seiner Oberfläche, im Inneren findet Höhlenbildung statt. Diese ist wiederum mit der paläogenen und neogenen Landschaftsentwicklung der Nördlichen Kalkalpen verknüpft. An den Flanken einzelner Gebirgsstöcke verbunden mit tektonischen Anlagen und Formen der Talentwicklung haben sich Wasserläufe in den Fels eingeschnitten und bilden zahlreiche Klammen, bei denen die erosive Kraft des Wassers augenscheinlich ist. Bei dieser Exkursion in das Pinzgauer Saalachtal wird zunächst die Innersbachklamm in der Nähe von Reith besucht, die nach einem kurzen Spaziergang auf einer gut ausgebauten Wegeanlage begangen wird. Danach geht es mit dem Auto weiter entlang der Saalach, bei St. Martin liegen unweit der Straße eindrucksvolle Dachsteinkalk-Sturzblöcke, die zahlreiche typische Fossilien aufweisen. Nach einer kurzen Fahrt wird am Nachmittag die Lamprechtsofen-Höhle besucht. Die Höhle ist auf rund 700 m Länge für Besucher erschlossen, gute 70 Höhenmeter sind mit über 300 Stufen zu überwinden. Für diese Exkursion besteht die Möglichkeit, den öffentlich zugänglichen Teil zu verlasssen und ein kurzes Stück den ansonsten den Höhlenforschern vorbehaltenen Teil zu befahren. Da in der Höhle Temperaturen von um die 5 bis 7 °C herrschen ist entsprechende Kleidung unerlässlich, ebenso Kopfbedeckung und Licht! Im Gasthaus Lamprechtshöhle ist vor dem Besuch der Höhle die Möglichkeit zur Einkehr gegeben. Für den Besuch der Höhle wird der übliche Eintrittspreis (2017: Gruppe 6 € p. P.) erhoben.



Als einziger heimischer Kupferbergbau in Österreich förderte die Grube Mitterberg im Jahre 1961 rund 130,000 t Roherze mit einem durchschnittlichen Gehalt von 1,56% Kupfer. Der Bergbau geht bereits auf prähistorische Zeit zurück. Insgesamt wurden in prähistorischer Zeit 17.000 t Kupfer gewonnen. Die Erze sind an phyllitische Grauwackengesteine gebunden. Auf der Fahrt nach Mitterberg haben wir Gelegenheit Aufschlüsse aus dem Altpaläozoikum der östlichen Grauwackenzone zu studieren. 

Um 14.30 Uhr werden wir im ehemaligen Knappenheim erwartet wo wir das Bergbaumuseum, welches Teil des „UNESCO-Geoparks – Erz der Alpen“ ist, besuchen werden. Dieses gewährt uns einen einzigartigen Einblick in 4000 Jahre Bergbaugeschichte und in die Welt der Knappen vom Hochkönig. Auch eine Nachbildung der Scheibe von Nebra ist dort vorhanden. Das Museum zählt zu den schönsten des Landes Salzburgs. Nach der Besichtigung des Museums werden wir den Schaustollen befahren. (Ermäßigter Eintrittspreis inklusive Befahrung des Stollen: EUR 9.-/ Person)








Die Litzlalm oberhalb des Bergsteigerdorfes Weißbach bei Lofer bietet aufgrund ihrer Lage einen weiten Rundumblick auf Reiteralm, Hochkalter und über das Saalachtal hinweg auf die Leoganger und Loferer Steinberge. Besonders eindrucksvoll ist der morphologische Gegensatz zwischen den „Ramsauer Dolomiten“ und den Leoganger Steinbergen, die verschiedenen tektonischen Einheiten der Salzburger Kalkalpen angehören und trotzdem aus eng miteinander in Beziehung stehenden Gesteinen aufgebaut sind. Neben den tirolischen und juvavischen Gesteinsausbildungen der Trias finden sich in dem Gebiet verschiedene Gesteine aus der Kreide (Schrambachschichten und Roßfeldschichten, z.T. mit Hallstätter Gesteinen) sowie unweit der Litzlalm Lerchkogelkalke (Oberjura - Unterkreide), die Anklänge an den zeitgleichen Plassenkalk zeigen. Weiterhin sind die Flussgeschichte der Saalach sowie das glaziale Geschehen am Hirschbichl Themen der Wanderung, am Rückweg durch das Klausbachtal die dortige Talverfüllung und das Geschehen infolge des Felssturzes vom Kleinen Mühlsturzhorn aus dem Jahr 1999. Der Pass Hirschbichl selbst blickt auf eine wechselvolle Historie zurück und war 2.000 Jahre Teil eines Salzhandelsweges. Weitere Informationen dazu finden sich im „Natur- und Kulturerlebnisführer der Universität Salzburg, Bd. 3: Grenzwanderungen“, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2013. Treffpunkt am P Klausbachtal zu Beginn der Hirschbichlstraße/ Gatter. Von dort fährt um 09:15 der Alm-Erlebnisbus zum Hirschbichl. Wanderung zur Litzlalm (ca. 200 Hm), Möglichkeit zur Einkehr gegeben und zurück durch das Klausbachtal. Ende der Wanderung gegen 18 Uhr am Parkplatz.




Die Exkursion führt uns von Tiefseeablagerungen des penninischen Flyschs der oberen Kreide bis zu alttertiären Sedimenten eines tropischen, flachen Meeres des helvetischen Troges westlich von Salzburg, im Raum von Teisendorf.

(1): Im Gschwendtner Bruchwestlich von Hammerau werden wir den Flysch-Sandstein des Högl (O-Kreide: Altlengbacher Schichten aus dem Penninischen Ozean: 70 Millionen Jahre) kennen lernen. Die von dort gebrochenen Bausteine wurden in Salzburg (Dom, Schloss Mirabell, Erhard-Kirche u.a.) verwendet. (2): Nördlich von Teisendorf, bei Wimmern können wir aus Megelgesteinen Großforaminiferen (Assilinen) aufsammeln, die so genannten „Maria-Ecker Pfennige“ (Helvetikum: Adelholzener Schichten. Eozän: Lutetium: 48-41 Millionen Jahre). (3): Westlich von Teisendorf, im Stecherwald,    Tiefseeablagerungen der Achthal-Formation mit Lebensspuren). Exkursion mit Privat-PKW’s in Fahrgemeinschaften mit Haltepunkten. Festes Schuhwerk wird empfohlen.


* Änderungen vorbehalten


www.museum-siegsdorf.de



© Andreas Deusch 2019