Erdgeschichte

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Vom Rohstoff zum Zement - Geologisch-technische Exkursion zum Steinbruch und Zementwerk Leube in Sankt Leonhard

Schon seit der Antike ist Zement für Bauzwecke in Gebrauch. Durch die weltweite Verfügbarkeit der Basis-Rohstoffe Kalkstein und Ton, und durch den exponentiell wachsenden Bedarf an Bauwerken, zählt Zement als Bindemittel zu den bedeutendsten Produkten. Derzeit werden weltweit 4,1 Milliarden Tonnen Zement pro Jahr hergestellt der im Mittel 60% CaO enthält. Daraus ergibt sich, selbst bei optimaler Prozessführung, ein Ausstoß von mindestens drei Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr, was etwa 6-8% des jährlichen CO2 Ausstoßes entspricht.

Die Firma Leube Zemente zählt schon seit Jahren zu jenen mit dem geringsten Kohlendioxid-Emissionen weltweit. Mit  380 Kilogramm CO2 pro Tonne Zement liegt sie noch einmal um 25 Prozent unter seinem bisherigen Wert und damit um 44 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt.


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Blei- und Zinkerz-Bergbau am Inzeller Rauschberg

Der Rauschberg bei Inzell lieferte seit dem frühen 17. Jahrhundert bis 1925 Blei- und Zinkerze. Vom Bergbau blieben verschlossene Stollenmundlöcher, Fundamente von Knappenbehausungen und Halden. Auf den Halden kann man mit ein bisschen Glück noch Bleiglanz und Zinkblende, sowie deren Verwitterungsprodukte finden. Auf einer Halde wird dann an einem kleinen, vor Ort gefundenen Bleiglanzstück vorgeführt, wie man aus diesem Erz mit einfachsten Mitteln metallisches Blei erzeugen kann. Der Höhenunterschied vom Parkplatz zu den Halden beträgt ca. 500m (also ca. 1,5 Std. Gehzeit) und ist nur zum Teil auf einem relativ gut ausgebauten Weg zu überwinden. Der eher an einen Jägersteig erinnernde Weg zwischen den beiden aufzusuchenden Haldengebieten führt durch einen urwaldartigen nordseitigen Bergwald in teils steilem Gelände. Trittsicherheit sollte vorhanden sein. Bei sehr schlechtem Wetter wird ein Teil des Programms im Naturkundemuseum Siegsdorf absolviert. Keine Einkehrmöglichkeit während der Exkursion (bitte Proviant und Wetterschutz mitnehmen). Wegen des durchaus alpinen Charakters der Wanderung gebirgstaugliches Schuhwerk benützen. Hammer und Lupe sind für Sammler von Vorteil.



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Geologische Wanderung durch die Torrener-Joch-Zone

Die Torrener-Joch-Zone ist eine markante Störungszone in den Berchtesgadener / Salzburger Kalkalpen, die von Golling kommend durch das Blühnbachtal, über das Torrener Joch südlich des Hohen Brettes, entlang des Jenners und weiter durch den Königssee bis in den Eisgraben südlich des Watzmann zieht. In der Geschichte der geologischen Forschung wurden die geologischen Verhältnisse in der Torrener-Joch-Zone zum Teil konträr diskutiert. So wurden die meist steilstehenden Gesteine dort als hängengebliebener Rest einer juvavischen Decke, als Wurzelzone der juvavischen Decke oder als Elemente des Tirolikums interpretiert. Die Torrener-Joch-Zone wird randlich von zwei Ost-West verlaufenden Störungssystemen begrenzt. Die Südrandstörung kann dabei als Hauptstörung angesehen werden und war länger aktiv; dort treten aufgrund der grabenartigen Anlage der Torrener-Joch-Zone tirolische Gesteine südlich neben juvavischen Gesteinen nördlich der Störung auf, die als Basis des in die Tauglbodenschichten i. w. S. eingeglittenen nördlich gelegenen Schollenkomplexes (u. a. Jenner und Hohes Brett) in das Tirolikum eingekeilt wurden. Bedingt durch das generelle Nordfallen der Schichtenfolge liegen die ältesten Gesteine im Süden, die jüngsten im Norden der Torrener-Joch-Zone. Sowohl die Lagerungsverhältnisse wie auch die verschiedenen Gesteine im tieferen Teil der Torrener-Joch-Zone werden während der Exkursion vorgestellt.

Wegbeschreibung: Vom Parkplatz Hinterbrand zur Königsbachalm, weiter über den Fußweg zur Gotzentalalm. Von dort entlang der Forststraße in Richtung Büchsenalm (ggf. Abstecher zur Westseite des Büchsenkopfes, Profil durch Gesteine des Jura, aufgelassener Steinbruch in Adneter Kalken), wieder zur Königsbachalm und zurück zum P Hinterbrand. 

Gehzeit: ca. 3 - 4 Stunden. Verpflegung / Einkehrmöglichkeit: Aufgrund der Wegeführung findet die Mittagspause im Gelände statt, am Nachmittag / Rückweg Einkehrmöglichkeit auf der Königsbachalm.



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Exkursion in den Mittelabschnitt der Nördlichen Kalkalpen

Ein Einblick in Geologie, Tektonik und Lithologie von 200 Millionen Jahre Erdgeschichte (Mesozoikum: Trias, Jura und Kreide) des Mittelabschnittes der Nördlichen Kalkalpen wird vermittelt.

Die voraussichtliche Fahrtstrecke: von Salzburg nach Oberalm zum Adneter Riedl (Oberer Jura: Oberalmer Kalke, Barmsteinkalk) – Adnet (Obere Trias: Riffkalk; Unterer Jura: Adneter Kalke) – Krispl (Jura: Tauglbodenschichten) - Gaissau (Mörtelbachtal: (Obere Trias: Kössener Schichten und Jura) – Wiestalsee (Obere Trias: Hauptdololmit, Fischschiefer) – Fuschl – St. Gilgen – Vitzen am Berg (tektonisches Doppelfenster von Oberkreide-Flysch und Ultrahelvetikum mit vulkanischen Gesteinen (Gabbro inmitten der Kalkalpen zwischen Osterhorn- und Schafbergtirolikum).

Die Exkursion findet in Fahrgemeinschaften statt. Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Regenbekleidung, ev. Hammer und Lupe.


* Änderungen vorbehalten


Partner: www.museum-siegsdorf.de




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