Erdgeschichte


Vom Ozean zum Hochgebirge - Exkursion in das Tauernfenster längs der Großglockner Hochalpenstraße

Der im Zeitraum Malm bis Unterkreide (160-100 Mill. Jahre) existierende ehemalige Penninischen Ozeans schloss sich im Zug der Alpenbildung. Seine Gesteine wurden in der Kreide und Tertiär von Gesteinsformationen des Ostalpins deckenartig überschoben und dabei in die Tiefe versenkt. Durch die entstandene Erhöhung des Drucks und der Temperatur wurden die versenkten Gesteine metamorph. Aus den entstandenen Mineralien in den metamorphen („kristallinen“) Gesteinen (Umwandlungsgesteine) lässt sich eine ehemalige Überdeckungsmächtigkeit von mehr als 10 km ableiten. 

Dabei unterlagen die Gesteine mehreren Metamorphosen was sich entsprechend in ihrem Mineralbestand manifestiert. Von einer frühen, retrograden, eklogitfaziellen Metamorphose (mit Drucken von 1,9 bis 2,2 GPa und Temperaturen von 600 bis 630 °C) lässt sich eine spätere blauschieferfaziellen Metamorphose (mit Drucken von 0,9 bis 1,0 GPa und Temperaturen von 400 bis 450 °C) unterscheiden. Diese beiden Metamorphosen, welche zum Typus einer Hochdruck-Niedrigtemperatur (HP/LT) Metamorphose gehören, sind charakteristisch für Subduktionszonen. 

Nach der relativ raschen Versenkung erfolgte eine geologisch ebenso schnelle Wiederheraushebung der Gesteine. Durch Abtragung der überlagernden ostalpinen Gesteinspakete lagen gegen Ende des Oligozäns (23 Mill. Jahre)  zum ersten Mal Gesteine des Penninikums in größerem Maße frei an der Erdoberfläche, was sich am Auftreten charakteristischer Schwerminerale in den Sedimenten der alpinen Molassezone ablesen lässt. Da man den tektonischen Untergrund, das Pennin unter dem Ostalpin sehen kann, spricht man auch von einem Fenster. Die Hebung der Alpen – und damit auch die des Tauernfensters – dauert heute noch an. Entlang der Großglockner-Hochalpenstraße können wir die Gesteinsfolgen des Penninikums in der Bündnerschieferserie studieren: Kalkglimmerschiefer (Bärenschlucht), Keuperschiefer und Quazite (Hexenküche), gaphitische Disthenquazite mit Chloitoid (Edelweißspitze), Phyllite, Ganatglimmerschiefer, Serpentinit, Kalkmarmor (Elendgrube), schwarze Chloritoid-Schiefer, Dolomitbreccien (Hochtor), Antigorit-Serpentinit (Schienewand), Prasinit (Franz-Josefs-Haus/Gamsgrube). Gletscherkundliche Phänomene, die Interaktion Gletscher/Klima sowie morphologische Besonderheiten werden ebenfalls besprochen. 

Es ist geplant Fahrgemeinschaften zu bilden.


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Blei- und Zinkerz-Bergbau am Inzeller Rauschberg

Der Rauschberg bei Inzell lieferte seit dem frühen 17. Jahrhundert bis 1925 Blei- und Zinkerze. Vom Bergbau blieben verschlossene Stollenmundlöcher, Fundamente von Knappenbehausungen und Halden. Auf den Halden kann man mit ein bisschen Glück noch Bleiglanz und Zinkblende, sowie deren Verwitterungsprodukte finden. Auf einer Halde wird dann an einem kleinen, vor Ort gefundenen Bleiglanzstück vorgeführt, wie man aus diesem Erz mit einfachsten Mitteln metallisches Blei erzeugen kann. Der Höhenunterschied vom Parkplatz zu den Halden beträgt ca. 500m (also ca. 1,5 Std. Gehzeit) und ist nur zum Teil auf einem relativ gut ausgebauten Weg zu überwinden. Der eher an einen Jägersteig erinnernde Weg zwischen den beiden aufzusuchenden Haldengebieten führt durch einen urwaldartigen nordseitigen Bergwald in teils steilem Gelände. Trittsicherheit sollte vorhanden sein. Bei sehr schlechtem Wetter wird ein Teil des Programms im Naturkundemuseum Siegsdorf absolviert. Keine Einkehrmöglichkeit während der Exkursion (bitte Proviant und Wetterschutz mitnehmen). Wegen des durchaus alpinen Charakters der Wanderung gebirgstaugliches Schuhwerk benützen. Hammer und Lupe sind für Sammler von Vorteil.



Glaziale und postglaziale Landschaftsbildung durch Wasser und Eis im Bereich des Salzachtals

Exkursion im Bereich Golling/ St. Koloman mit Besichtigung und Besprechung einiger "klassischer" Aufschlüsse zur Landschaftsformung während und nach der letzten Eiszeit im Zusammenhang mit Geologie und Tektonik. Sowohl der würmzeitliche Gletscher als auch die nacheiszeitlichen Flüsse hatten und haben eine beträchtliche erosive Kraft, welche unserer Landschaft erst den für sie typischen Charakter verliehen hat.

Geplante Haltepunkte: Eingang Bluntautal, Gletscherschliff am Pass Lueg, die Salzachöfen mit imposantem 80 Meter tiefem Durchbruch im Dachsteinkalk zwischen Tennen- und Hagengebirge, Gollinger Wasserfall, Georgenberg, Gletscherschliff St. Koloman, ev. auch Tauglschlucht.


* Änderungen vorbehalten


Partner: www.museum-siegsdorf.de




© Andreas Deusch 2022