Nordburgund                                 

Semur en Auxois,
Nordburgund 10-08

Landschaftlich, historisch, architektonisch, kunsthistorisch, archäologisch oder kulinarisch, unter welchem Gesichtspunkt auch immer man Burgund betrachtet, man gerät schnell ins Schwärmen. Die äußerst vielfältige Landschaft, vom (fast) urwaldartigen Morvan über die zahllosen Weinberge hin zu den weiten Ebenen mit wogenden Getreidefeldern ist bezaubernd. Burgund ist seit 120.000 Jahren bewohnt, eine Epoche der Altsteinzeit ist nach einem Felsen in Burgund benannt, die Kelten hatten hier ihre Heiligtümer und haben hier gegen Caesar in Alesia verloren. Nach der Römerzeit mit ihren zahlreichen Hinterlassenschaften haben die Cluniazenser und Zisterzienser Land und Leute geprägt und die großartigen Kathedralen errichtet. Unter den Grands Ducs de Bourgogne wurde Burgund seit der Spätgotik zum kulturellen Zentrum der Kunst und der Wissenschaft. Und nirgendwo gibt es so viele Haubenrestaurants wie hier.


PROGRAMM:*

1. Tag, Samstag, 06. Juni 2020

Anreise mit Pausen nach Auxerre: Abfahrt - Einstiegsstellen: 05:45 Hallein Pernerinsel - Großer Parkplatz beim Kreisverkehr, 06:00 P+R Salzburg Süd, 06:15 Stadion Klessheim, 06:25 Piding Burgerking, 06:50 Schweinbach Landkaufhaus Mayer. Weitere Einstiegsstellen z.B. P+R Rosenheim auf der Strecke in Absprache möglich. Weiterfahrt über München und Zürich nach Auxerre.

Nach der Ankunft Beziehen der Zimmer im ***Hotel in der Innenstadt von Auxerre.


2. Tag, Sonntag, 07. Juni 2020

Rundgang durch Auxerre, einer keltischen Gründung. In der gut restaurierten Altstadt mit den typischen Fachwerkhäusern liegen die gotische Kathedrale und St. Germain mit ihren Krypten, die teils karolingisch sind und die ältesten Fresken in Frankreich beherbergen. Das Museum zeigt archäologische Funde der Vorzeit, der Kelten- und der Römerzeit.


3. Tag, Montag, 08. Juni 2020

Tonnerre ist bekannt durch sein Hôpital aus dem 13. Jhdt. und durch die Fosse Dionne, das „prächtigste Waschhaus Burgunds“, eine Karstquelle, die schon von den Kelten als heilige Quelle verehrt wurde. Das Schloss von Tanlay spielte in den Religionskriegen eine bedeutende Rolle; da es in der Revolution von Zerstörung verschont blieb, gilt es als eines der wenigen im Original erhaltenen Schlösser aus dem 13. – 17. Jhdt..

Im Museum von Chatillon-sur-Seine ist vor allem der Krater von Vix, das größte antike Gefäß, das in einem Fürstinnengrab gefunden wurde, zu bewundern; bei der Kirche St. Vorles, die auf das 4. Jhdt. zurückgeht; wurde im 10. Jhdt. ein Kanonikerstift erbaut, zu dessen Schülern der hl. Bernhard zählt. Das Keltische Heiligtum an der Quelle des Douix ist ideal für ein Picknick. Auf der Rückfahrt werden wir in dem berühmten Weinort Chablis eine Weinprobe machen.


4. Tag, Dienstag, 09. Juni 2020

Pontigny ist die größte erhaltene Zisterzienserkirche. Im 12. Jhdt. als Klosterkirche erbaut, wurde sie im 17. und 18. Jhdt. durch barocke Einbauten in ihrer Raumwirkung stark verändert. St. Florentin liegt malerisch auf einem Hügel am Canal de Bourgogne, seine gleichnamige Kirche aus dem 14. bis 17. Jhdt. mit gotischen und Renaissance-Merkmalen ist überaus reich ausgestattet. Im äußersten Norden Burgunds liegt Sens, die alte keltische Hauptstadt der Senonen. Im 4. Jhdt. wird sie zur bestimmenden Bischofsstadt und größten Diözese Frankreichs. Fast zeitgleich mit St. Denis wird der Bau von St. Etienne begonnen. Damit gilt die beeindruckende Kathedrale zusammen mit St. Denis als Inkunabel und Leuchtturm der Frühgotik. Im Bischofs- und Synodalpalast ist das Museum untergebracht; u.a. mit dem umfangreichen Kirchenschatz. Der Ort selbst ist sehenswert mit seinen alten Häusern und der gedeckten Markthalle.


5. Tag, Mittwoch, 10. Juni 2020

Das Kloster Fontenay aus dem 12. Jhdt., die „zweitälteste Tochter des hl. Bernhard“, gilt als der Inbegriff zisterziensischer Architektur (UNESCO Welterbe). Das vollständig erhaltene Ensemble des Klosters ist überwältigend. „Wer hier nicht auf die Knie sinkt, dem ist nicht zu helfen“ (Prof. Weidlé). In scharfem Kontrast zu der tiefen Spiritualität und Schlichtheit Fontenays das Schloss Bussy-Rabutin, dessen verbitterter Erbauer seinen Reichtum zynisch zur Schau stellte, was aber für uns heute sehr amüsant zu betrachten ist. Alise-Ste.-Reine, Alesia, hat seit einigen Jahren ein imposantes Museum zur Geschichte der römischen Eroberung Galliens, die ja bekanntlich mit dem Sieg Caesars in Alesia über Vercingetorix ihren Abschluss fand. Ein wirklich geschichtsträchtiger Ort. Die malerische Stadt Semur-en-Auxois, eine ehemalige Festung auf einem Felsrücken mit ihrer Kirche Notre-Dame aus dem 14. Jhdt. und ihrem mittelalterlichen Stadtbild ist das letzte Highlight des Tages.


6. Tag, Donnerstag 11. Juni 2020

Ein Tag der Landschaft und der Schlösser. Alle unsere Ziele liegen dicht beisammen im „Parc Naturel de Boutissant“, einer sehr ursprünglichen Landschaft. St. Fargeaux, bekannt als das Schloss der „Grande Mademoiselle“, der Kusine Ludwigs XIV, wurde im 18. Jhdt. von ihr grundlegend umgebaut. So können wir es heute sehen, da es während der Revolution nicht zerstört wurde. Allein der Dachstuhl, für den ein ganzer Wald abgeholzt wurde, ist eine Reise wert. Ein außergewöhnliches Projekt ist Guedelon. Hier wird seit 1998 unter wissenschaftlicher Betreuung von Handwerkern und Laien ausschließlich mit mittelalterlichen Methoden und Handwerkszeugen eine Burg wie im 13. Jhdt. gebaut. Ein äußerst interessantes und spannendes Faszinosum. Das Schloss Ratilly, wie im Märchen im Wald gelegen und ringsum von tiefen Gräben umgeben, war während der Religionskriege einer der wichtigsten Stützpunkte der Protestanten. Es liegt in der Puisaye, die wegen ihres Lehmreichtums eine Gegend der Töpfer ist. So ist heute auch im Schloss eine Töpferei, deren ansprechende Produkte ausgestellt sind.


7. Tag, Freitag 12. Juni 2020

Die Basilika Ste.-Marie-Madeleine in Vezelay ist eine der berühmtesten Kirchen überhaupt. In der Mitte des 9. Jhdt. gegründet, wurde es zu einem der größten Wallfahrtsorte der Christenheit durch das Grab der hl. Magdalena. Die im 11. Jhdt. vergrößerte Kirche stürzte 1120 ein und begrub 1.000 Pilger unter sich. 1215 wurde der Neubau geweiht, den wir heute kennen. Allerdings verlor Vezeley die Magdalenen-Wallfahrt im 14. Jhdt. an La-Ste.-Beaume und verlor seine Bedeutung. In der Nachbarschaft, in St. Pere, steht ein Meisterwerk der burgundischen Gotik, die Kirche Notre-Dame mit einem bemerkenswerten Narthex. Daneben sind die Fontaines-Salées, eine seit der Urnenfelderzeit bekannte Salzquelle mit einem winzigen Museum. Abschließend besuchen wir noch das Schloss des berühmten Festungsbauers Vauban.


8. Tag, Samstag 13. Juni 2020

Das reizende Städtchen Avallon, ein ehemaliges römisches Castrum, war im Mittelalter stark befestigt und ein bedeutender Wallfahrtsort, wovon heute die Reste der Stadtmauer und die romanische Kirche S. Lazare zeugen. Montréal, an der Grenze zur Champagne gelegen, gilt als eines der schönsten Dörfer Burgunds. Ehemals stark umkämpft und entsprechend befestigt, ist vor allem die Kirche interessant, ein klassisches Beispiel der burgundischen Frühgotik. Hervorzuheben ist das Chorgestühl mit einem Selbstportrait der der beiden Schnitzer. Zum Ausklang ein Besuch des Cure-Tales, das zu den landschaftlichen Höhepunkten Burgunds zählt. Die Grottes d’Arcy zeigen in ihrem nur mit Sonderführung zugänglichen Teil wunderschöne Wandbilder von Mammuts und anderen Tieren, sowie Negative von menschlichen Händen. Bei schönem, trockenem Wetter und (noch) vorhandener Lust und Energie ist ein Spaziergang zu den merowingischen Steinbrüchen mit halbfertigen Sarkophagen möglich.


9. Tag, Sonntag 14. Juni 2020

Rückreise von Auxerre mit Pausen nach Salzburg (Hallein).


*Änderungen vorbehalten


© Andreas Deusch 2019